Veranstaltungsreihe „Antisemitismus in…“

… existierte der Jude nicht, der Antisemit würde ihn erfinden.
[Jean-Paul Sartre]

Geht es um Antisemitismus, werden in den meisten Debatten schnell Schuldige ausgemacht oder nur Teilbereiche des öffentlichen Lebens betrachtet. Dabei wird jedoch verkannt, dass einzelne politische oder popkulturelle Äußerungen nur gesellschaftliche Phänomene darstellen, und nicht allein Ausdruck subkultureller Strukturen sind. So schlägt jede Analyse fehl, die Antisemitismus als Randerscheinung einzelner Gruppen begreift, und diesen nicht in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext setzt. Er ist schon lange fester Bestandteil dessen, zieht sich durch sämtliche Bereiche – findet dabei nur immer wieder verschiedene Formen des Ausdrucks und der Sichtbarkeit.
Dem Antisemiten geht es in seinem geschlossenen Weltbild nicht darum, was Jüdinnen und Juden tun oder nicht tun – er passt sein Bild von „den Juden“ nicht einer Erfahrung an, sondern umgekehrt: sein vorgefertigtes Bild bestimmt die Erfahrung. Oder um es mit den Worten von Jean-Paul Sartre zu sagen: „… existierte der Jude nicht, der Antisemit würde ihn erfinden.“
Die Veranstaltungsreihe soll die Ausdrucksweisen und Merkmale des Antisemitismus in einigen solchen Bereichen aufzeigen, die Verbreitung jener Vorstellungen verdeutlichen und dabei die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Analyse hervorheben.
Lasst uns gemeinsam den Versuch unternehmen, der heute wieder erstarkenden Judenfeindschaft auf den Grund zu gehen. Wir freuen uns darauf mit euch diesen Exkurs zu wagen.

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